Polymorphe Lichtdermatose
Hautprobleme nach dem Sonnenbad
Geschätzte Lesedauer: 4:00 Min.
Eine polymorphe Lichtdermatose kann durch starke UV-Strahlung ausgelöst werden, wenn sie auf sonnenentwöhnte Haut trifft. Sie betrifft bei uns etwa 10 bis 20 % der Bevölkerung.1 Am häufigsten zeigt sich die Art der „Sonnenallergie“ bei Frauen jungen und mittleren Alters mit hellem Teint2. Doch auch andere Hauttypen und Kinder können betroffen sein. Hier erfährst du viele Details zur polymorphen Lichtdermatose, deren Ursachen und was dagegen hilft.
Polymorphe Lichtdermatose: Ursachen
Bei einer polymorphen Lichtdermatose reagiert die meist noch nicht an Sonne gewöhnte Haut überempfindlich auf UV-Strahlen. Die genauen Ursachen sind bislang nicht vollständig geklärt. Vermutet wird, dass eine veränderte Reaktion des Immunsystems auf Sonnenlicht eine wichtige Rolle spielt. Auch freie Radikale sowie eine genetische Veranlagung können die Entstehung begünstigen. Trotz der häufig verwendeten Bezeichnung „Sonnenallergie“ handelt es sich dabei nicht um eine Allergie im klassischen Sinn.
Polymorphe Lichtdermatose: Symptome
Polymorph bedeutet so viel wie „vielgestaltig“. Das bedeutet, dass sich die polymorphe Lichtdermatose bei Betroffenen unterschiedlich äußern kann. Die Symptome und Hautreaktionen variieren von Person zu Person. Häufig treten folgende Beschwerden auf:
- Starker Juckreiz
- Fleckige Rötungen (Erytheme)
- Knötchen (Papeln)
- Bläschen
Nicht zu verwechseln ist die polymorphe Lichtdermatose mit der Mallorca-Akne (eine Sonderform der Lichtdermatose). Diese zeigt sich auch durch Juckreiz und Knötchen, wird jedoch durch eine Entzündung an den Haarfollikeln hervorgerufen und entsteht durch UV-A-Strahlung in Verbindung mit Fetten oder Emulgatoren.
Polymorphe Lichtdermatose: Verlauf
Die polymorphe Lichtdermatose zählt zu den chronischen Hauterkrankungen. Viele Betroffene leiden daher insbesondere in den sonnigen Monaten immer wieder unter den Beschwerden, wenn die Haut nicht ausreichend vor UV-Strahlung geschützt wird. Typische Symptome wie Juckreiz, Rötungen, Papeln oder Bläschen treten häufig nach den ersten längeren Aufenthalten in der Sonne auf. Dabei zeigen sich meist ähnliche Hautreaktionen wie bei früheren Ausbrüchen.
Viele Menschen bemerken die Hautveränderungen bereits nach ein paar Stunden, teilweise können die Symptome der „Sonnenallergie“ aber auch erst nach mehreren Tagen auftreten. Bei Erwachsenen sind häufig das Dekolleté, die Schultern, Arme oder Handrücken von der Lichtdermatose betroffen. Bei Kindern tritt die Lichtdermatose dagegen im Gesicht am häufigsten auf.3
Die gute Nachricht: Die Symptome der polymorphen Lichtdermatose schwächen bereits nach wenigen Tagen ab. Besonders dann, wenn die Betroffenen nach dem Ausbruch der Hautkrankheit die Sonne konsequent meiden. Außerdem kann sich die Haut im Verlauf des Sommers an die Sonnenexposition gewöhnen.
Wenn du bereits unter den Symptomen der „Sonnenallergie“ leidest, kannst du dich in der Apotheke oder in der Arztpraxis beraten lassen. Zur Diagnosestellung reicht in den meisten Fällen ein Anamnesegespräch aus.
Polymorphe Lichtdermatose: Behandlung
Das Wichtigste ist, die Sonne konsequent zu meiden. Kühlende Umschläge können lindernd wirken. Bei starken Hautreaktionen solltest du ärztlichen Rat einholen.
In schwerwiegenderen Fällen können Betroffene, bevor die sonnreiche Jahreszeit beginnt, eine vorbeugende Phototherapie oder Photochemotherapie zum Behandeln einer Sonnenallergie in Betracht ziehen. Dabei wird die Haut unter ärztlicher Kontrolle allmählich an die UV-Strahlung gewöhnt, damit die Sonnenstrahlen besser „vertragen“ werden.
Polymorphe Lichtdermatose vorbeugen
Am besten solltest du versuchen, der Hautreaktion vorzubeugen: Der effektivste Weg einer polymorphen Lichtdermatose entgegenzuwirken ist es, die Sonne zu meiden oder die Haut langsam an die Sonne gewöhnen und mit hohen Lichtschutzfaktoren zu schützen.
Im Allgemeinen gibt es für Betroffene mit polymorpher Lichtdermatose die folgenden Punkte zu beachten:
- Haut im Frühjahr langsam an die Sonne gewöhnen
- Sonnenschutzmittel mit sehr hohem Lichtschutzfaktor (ab LSF 50+) verwenden
- Sonnenschutz regelmäßig erneuern (etwa alle 2 h sowie nach dem Baden/Schwitzen)
- Haut zusätzlich durch Bekleidung schützen
- Auf Kosmetika und Pflegeprodukte mit Duft- und Konservierungsstoffen4 verzichten
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¹ Lehmann P, Schwarz T: Photodermatoses: diagnosis and treatment. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(9): 135-41. DOI: 10.3238/arztebl.2011.0135
² PTAheute.de (2024): Polymorphe Lichtdermatose: Was ist eigentlich eine Sonnenallergie? (zuletzt aufgerufen am 05.02.2025)
³ Springer Medizin (o. J.): Lichtdermatosen bei Kindern und Jugendlichen – Polymorphe Lichtdermatose (zuletzt aufgerufen am 05.02.2025)
4 Im Sinne der Begriffsdefinition der VO (EG) Nr. 1223/2009




